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Mythologie, Sagen und Legenden


Seit ewigen Zeiten existiert bei den Menschen der Glaube an Geistwesen, die in der Natur gegenwärtig sind und den Menschen ebenso nützlich wie gefährlich sind, abhängig davon welches Verhältnis man zu ihnen hat und welches Wesen sie besitzen. Die älteste Bezeichnung, die wir für solche Wesen kennen, lautet Alben, oder in jüngerer Form, Elben bzw Elfen – ein Wort, das heute vor allem aus Märchen und fantastischen Geschichten als Bezeichnung für niedliche Feenwesen und anmutige menschenartige Gestalten mit Spitzohren kennen.
Ursprünglich zählte man zu den Elben aber alle möglichen Naturgeister und Geistwesen, darunter auch Zwergen, Kobolde, Wichte oder Wassernixen. Sie leben in Gewässern, auf Bäumen, in Blumen, aber auch in der menschlichen Zivilisation als Hausgeister.
Der Begriff hängt wahrscheinlich mit dem lateinischen „
albus“ (= weiß) zusammen und begegnet uns heute womöglich noch in vielen Wörtern und Namen wie in albern, Albrecht, Alfred, Alpen oder dem Alptraum, der von einem Geist (dem Nachtmahr) durch das sogenannte Albdrücken verursacht wird. In jüngerer Zeit teilt man die Elben meist in drei Kategorien ein: Die zarten und astralgestaltigen Lichtelben und die rauhen und düsteren Schwarzelben, die vor allem in der Nacht und unter der Erde anzutreffen sind. Alle übrigen nennt man Dämmer-Elben.


 Zu den Schwarzelben zählte man ursprünglich auch die
Zwerge. In den alten Mythen werden diese als besonders edel und kunstfertig beschrieben, trotz ihrer Erscheinung als kleinwüchsige und klobige Gestalten. In der Ritterzeit begegnen sie uns weiterhin meist als unterschätzte Kämpfer und ebenso freche wie aberwitzige Gesellen.
Auch heute noch stellen sich manche Menschen Gartenzwerge in den Garten, wenn diese auch heute lediglich zur Dekoration dienen ohne dass man sich dadurch die Hilfe der Naturgeister erhofft. Als berühmtester König der Zwerge gilt in den deutschen Sagen (Ortnid, die Nibelungen) Alberich, heutzutage eher unter seinem englischen Namen Oberon bekannt.
 

Die Engel waren in alter Zeit die Boten der Götter. Auch ihr Name (àgelos) bedeutet „Bote“ im Altgriechischen. Wir kennen Engel heute vor allem als liebevolle und anmutige Lichtwesen mit Flügeln und Gewändern oder als kleine geflügelte Kindergestalten, sogenannte Putten, wie sie vor allem in der Barockkunst abgebildet sind. Auch die Vorstellung eines persönlichen Schutzengels ist heute noch sehr weit verbreitet.
Diese Eigenschaften haben die Engel allerdings im Lauf der Zeit mehr oder weniger von Elben übernommen. In den ältesten Erzählungen - so auch im Alten Testament der Bibel - begegnen sie uns als äußerst gewaltige und eindrucksvolle Erscheinungen, durch die die göttliche Stimme zu den Menschen spricht und die die Menschen zum richtigen Handeln weisen.


 

Den Matronen, die in der Regel als Dreiheit auftreten, wurden vor allem in den Jahrhunderten vor und nach der Zeitenwende im Einzugsgebiet des Rheins von den Römern, Kelten und Germanen eine große Anzahl Votivsteine errichtet.
Auf den Votivsteinen, die mit Vorliebe in der Nähe von Quellen und Flüssen aufgestellt wurden, sind meist mütterlich-familiäre Figuren abgebildet: Stillend, mit Säuglingskleidungen, Fruchtkörben, Bäumen und Nutzpflanzen, Schlange, Kranich, Haustieren und den typischen Haubentrachten verheirateter Germaninnen, häufig auch Jungfrauen mit offenen Haaren. Teilweise sind bei ihnen auch Göttinnen wie Epona und Frigga dargestellt.

Aus späterer Zeit sind die Namen Ambet, Borbet und Wilbet („Die drei Beten“) überliefert. Sie sind Schutzgöttinnen der Sippen und Stämme und ihres jeweiligen Landes sowie Spenderinnen von Segen und Fruchtbarkeit.

Im christlichen Zeitalter lebte der Glaube an die Matronen im Marienkult weiter, auch die Juffernsagen des Rheinlandes werden auf sie gedeutet.
 

Riesen kennen wir heute als grobschlächtige, tolpatschige und großwüchsige Gestalten aus Volksmärchen. Ursprünglich, in der Zeit der Antike waren sie in der germanischen Mythologie außerdem die nahen Verwandten wie auch Gegenspieler der Götter, ähnlich den Titanen in der griechischen und im Gegensatz zu späteren Vorstellungen auch anmutige und intelligente Wesen.
Im Schöpfungsmythos soll die Welt von Wodan, Wilio und Wihu aus dem Körper des Urriesen geformt worden sein - ein heiliger Opferakt, dessen Charakter übrigens sehr detailliert in den indischen Veden beschrieben wird.
Die Riesen verkörpern vor allem die rauhen und unberechenbaren Seiten der Natur, und so ist und war auch durch alle Zeiten ihr Charakter. So sind auch die Namen der
Dürsten und Enzen, unter denen sie in den Sagen auftauchen, auf ihr übermäßiges Essen und Trinken zurückzuführen.


Unter den
Disen (althochdeutsch Idisi) versteht man weibliche Schutzgeister, die aber auch als Totenführerinnen, Fruchtbarkeits-, Kampfes- oder Familiengeister auftreten. Viele Sagen und Ortsnamen in Skandinavien zeugen noch heute von der bedeutenden Rolle, die sie im germanischen Kult spielten. Vermutlich gehören auch die aus den Heldensagen bekannten Walküren zu den Disen. In Norwegen wurde jedes Jahr das Disthing gefeiert, welches im Jahreskreis dem alemannischen Funkenfest entspricht, bei dem sie darum auch heute eine wichtige Rolle spielen.

Häufig mit den Disen und den Matronen assoziiert werden die Nornen, die durch ihr Handwerk die Schicksalsfäden der Wesen spinnen und damit die Geschicke in der Welt lenken. Ähnliche Mythen kennen wir von den griechischen Moiren, und genau wie diese sitzen auch die drei Riesentöchter (im Nordischen: Urd, Werdandi und Skuld) als Nornen unter dem Weltenbaum und weben dort das Weltenschicksal. Auch heute noch gehen manche Redewendungen auf sie zurück und manche Orte kennen ihre eigenen Geschichten von den drei geheimnisvollen „Spinnfräulein“.


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