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Brauchtumsrituale - Erklärungen (wird fortlaufend aktualisiert!)

 

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  • Adventskranz: In Anlehnung an alte Kerzen- und Kranzbräuche in der heutigen Form im 19. Jahrhundert in einem Waisenhaus entstanden. Vier Wochen vor der Sonnenwende (bzw nach archaischer Zählart eine Mondphase vor Yul) werden in einem Kranz mit 4 Kerzen alle 7 Tage eine angezündet (oder auch jeden Tag eine kleine). Das Anzünden kann meditativ unter Zunahme von Lyrik oder Segnungen geschehen.

 

 

  • Ansleich: Der Begriff Ansleich setzt sich aus den Wörtern Ans (ahd. ans... Gott) und Leich (ahd. leih; mhd. leichen...hüpfen, spielen) zusammen. […] So wurde u.a. der Begriff Ansleich auf eine Aufführung oder ein Spiel im Sinne eines Hymnus auf und für die Götter zurückgeführt. So wurden ggf. entsprechend des Anlasses unter Umständen bestimmte mythische Göttergeschichten aufgeführt.

  • Bächteln: Im Zürcher Unterland, beispielsweise in der Gegend um Bülach und Rafz, versammelt sich am Bächtelisnachmittag und -abend die Bevölkerung in verschiedenen Kneipen, um zu bächteln. Dabei ziehen lokale Musik-, Comedy- und andere Unterhaltungsgruppen von Kneipe zu Kneipe, um die jeweiligen Gäste zu unterhalten. Die Wirte der Kneipen ihrerseits versorgen die Gruppen mit Speis und Trank. Als Spezialität gibt es die Bächtelswurst mit Bächtelsweggen; die Bächtelswurst wird nach speziellem Rezept nur für diesen Anlass einmal im Jahr hergestellt. (Wikipedia)

  • Belinuntia :Johannissträuße aus Bilsenkraut für Reinigung, Abwehr und Liebe.

 

  • Bhajan: Indischer Ritualgesang, der heute auch in Europa Fuß gefasst hat und sich in ähnlicher Weise in allen Religionen findet. Die Bezeichnung „Bhajan“ hat sich in indisch beeinflussten Gesellschaften für jedes rituelle Singen eingebürgert, bei dem ein einfach aufgebautes Lied mit religiösem Charakter eine bestimmte Anzahl immer wiederholt wird. Ein vergleichbarer germanischer Ritus wäre das → Queden.

  • Blindstreich: Ein Kultobjekt kommt zumeist aufgehängt an eine bestimmte Stelle, wo es eine Person mit geschlossenen oder verbundenen Augen meist mit einem Säbel treffen muss. Die Mythologie überliefert ein ähnliches Ereignis, bei dem Balder von seinem blinden Bruder Hader tödlich getroffen wird. Beispiele dafür sind → Gansabhauet.

 

 

  • Blot/Bloz: Opfer, Opferstätte, Feiertag. Für das Opfer, d.h. die Opfergabe selbst ist das althochdeutsche Wort bluostar überliefert. siehe blozen

  • Brautball: Ein Ball, der zerbrechlich ist und beim Spiel allso zerbrechen soll, meist zum Liebes- und Hochzeitsorakeln, oder auch um eine → Kultbraut auszuwählen

  • Der Böög
    In der Schweiz oder mindestens im Rheintal wird statt der → Funkenhexe der Böög verbrannt, eine mit Schießpulver gefüllte Stoffpuppe, die unter lautem Knallen explodiert.

  • Eierlaufen: Das Spiel wird in Mannschaften gespielt, die in Läufer und Eierleser aufgeteilt sind. Während die Eierleser flink an die hundert in einer Reihe aufgestellte Eier vom Boden auflesen und sie in einen Zuber am Kopf der Bahn legen müssen, wobei natürlich kein Ei Schaden nehmen darf, liefern sich die Läufer ein Wettrennen. Sieger wird die Mannschaft mit den geschicktesten Eierlesern und den schnellsten Läufern. (Pileatus)

  • Engel köpfen: In manchen Regionen wurde am Tag der Sommersonnenwende ein Engelmann gebastelt. Es war eine blumengeschmückte Strohpuppe mit Tonkopf, die verbrannt und von zwei jungen Burschen mit Degen zerschlagen wurde. Diesen Brauch nannte man “Engel köpfen” und war bis ins Jahr 1808 beliebt. Es war ein Verbrennungsritual der Hexen und Teufel. (www.celticgarden.de)

  • Flurumgang

  • Funkenhexe: Eine Strohpuppe, die zum Funken angezündet wird, um mit ihr den Winter auszutreiben. Manchmal auch explosiv, siehe → Böög.



 

  • Funkenringwürfeln
    Die Tradition des Funkenringwürfelns finden wir in Oberschwaben und im Allgäu. Dann wird in vielen Wirtshäusern und Vereinshäusern ab dem Frühschoppen um so genannte Funkenringe, einem kreisförmigen Hefegebäck (Kranzbrot), gewürfelt. Der Funkenring gilt auch als ein Sonnen- und Fruchtbarkeitssymbol.

     

  • Funkenwache
    In der Nacht zum Funkenbrand paßt eine Funkenwache auf, damit der Funken nicht frühzeitig von den Burschen aus den Nachbardörfern angezündet wird. Die wirtschaftlichen Interessen, die heute vielerorts mit diesem Brauch verbunden sind, haben aber dazu geführt, daß dieser althergebrachte Streich heute strafbar ist.

  • Funkenwagen
    Im Oberschwäbischen Raum, speziell in der Gegend um Ravensburg gehört zum Funkenbauen auch das gemütliche Beisammensein im Funkenwagen. Ein Funkenwagen ist oft ein alter, teils von den Funkenbauern umgebauter Bauwagen.

  • Funkenwirtschaft
    Früher wurde in manchen Gegenden (etwa nordwestlich des Bodensees) in den Funken ein Raum für die Funkenwirtschaft eingebaut, in der bis kurz vor dem Anzünden bewirtet wurde. Aus Sicherheitsgründen wird heute aber eher in einem Zelt neben dem Funken gefeiert. Mancherorts ziehen die Dorfbewohner bei Einbruch der Dämmerung in einem Fackelzug zum Funkenplatz. In einigen Gemeinden wird am Nachmittag auch ein Kinderfunken abgebrannt. Der Zug wird oftmals von einer Dorfmusik, einem Gesangsverein oder Fackelschwingern begleitet. Ansonsten trifft man sich gegen Abend in der Funkenwirtschaft bzw. im Funkenzelt und versammelt sich zu gegebener Zeit um den Funken.

 

 

 

  • Gadebasse: Der in grünes Laub gehüllte „Gassenbär“. Dänische Form des → Heischegangs mit Fruchtbarkeitskomponente vorzüglich im Mai. Dem männlichen Gadebasse wird dabei ein weibliches Gadelam (Gassenlamm) beigesellt.

  • Gansabhauet: Der letzte Chilbitermin des Jahres ist Martini. In Sursee findet an diesem Tag das altertümlich anmutende „Gansabhauet“ statt. Auf einem Podest auf dem Ratshausplatz wird eine Gans, früher lebendig, heute tot, aufgehängt. Die Kandidaten erhalten ein Glas Rotwein und werden dann mit einem roten Mantel und einer vergoldeten Sonnenmaske verhüllt. Sie müssen nun blind der Gans mit einem einzigen Säbelhieb den Hals durchtrennen. Wer es schafft, kann die Gans behalten und eine Martinsgans daraus zubereiten lassen. (Pileatus) Siehe auch: → Blindstreich.

 

 

  • Galster, der: Mit Galsterei bzw. Galster wird auch heutzutage eine bestimmte Art der Zauberei bezeichnet. […] Ein Galster wird wie es die Phrase Galster gellen nahelegt lautlich geäußert. Galster-Sprüche sind in einem eigenst für Galster bestimmten Versmaß dem Galdralag (an.) verfasst. Typisch für dieses Versmaß ist eine besonders strikte Stabreimbindung bei stark parallelistischen Versaufbau. Ein weithin bekanntes Beispiel hierfür sind die letzten Verse des zweiten Merseburger Zauberspruches: Bein zum Beine, Blut zum Blute, Gelenk zu Gelenken, so sie geleimt sind!
    In der Mythologie wird der Galster dem Gott Wodan zugeschrieben, der z.B. in der Vegtamskviða (Baldrs draumar) auch als Vater des Galsters benannt wird.

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  • Gebet: Im Gebet findet der Dialog mit göttlichen Mächten statt. Zum Beten gibt es verschiedene Anliegen, Formen oder Haltungen, von denen viele auch vor dem Christentum schon in Europa beliebt waren (Hände erheben, Hände falten, Knien, Niederwerfen, Drehen).

  • Gebildbrot: Noch bevor Befürworter des Vegetarismus auf die Idee kamen, Fleischprodukte durch pflanzliche Nachbildungen zu ersetzen, war das im religiösen Kult gängiger Gebrauch. Auch dort dienen Gebildbrote zur Blut- und Fleischvermeidung, nachgebildet werden meist Opfertiere oder -Numen.

  • Gellen: Gellen bedeutet, was jedem klar sein sollte, soviel wie laut tönen oder intonieren. Gellen wird hier als Verb zu → Galster aufgeführt. Bereits im 2. Merseburger Zauberspruch wird das Begellen des Pferdes durch Wodan, Frija und Sunna erwähnt.

  • Gräberschmuck: Die Gräber werden ... mit Weihwasser besprengt, und es werden Speisen daraufgestellt (Brot, Wein, Bohnen)und Kerzen oder Lämpchen darauf angezündet. Die Lichter sollen die Seelen anlocken und ihnen den Weg zum Ruheplatze ihres Körpers weisen; man sagt auch wohl, daß sie sich daran wärmten. Aber die Absicht, durch das Feuer eine sichernde Schranke zwischen sie und die Lebenden zu setzen, spricht auch mit. (HDA)

  • Guggenmusik: In der Schweiz dominieren mittlerweile die Guggenmusiken, mit Pauken und Posaunen bewaffnete Schmetterbands, die alte Schlager schief spielen, die Fasnacht. (Pileatus)

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  • Harg, der: Altar aus Steinen, heilige Steinsetzung, Steinaltar, Opferstein; Ein Harg ist ein Altar aus Steinen mit Gottesbildern. [In manchen Überlieferungen wird dieser umschritten oder - auch mit Blut - rotgefärbt] Heutzutage wird der Begriff Harg auch für modernere Altarformen benutzt.

  • Häs: Alemannische Bezeichnung für ein Ritualgewand, das zumeist bei Fasnet und Wilder Jagd zum Einsatz kommt (das Häs außerhalb dieser Zeit wird explizit als Sommerhäs bezeichnet). Das Häs wird von der entsprechenden Gemeinschaft entworfen und eigens für rituelle Zwecke hergestellt. Dazu zählen etwa die weißen Gewänder der Weißnarren, letzten Endes aber auch jedes andere wie die Hexenhäs.

  •   Heilazzen: grüßen

  • Heiliggeistkugel siehe → Suppenbrunzer

 

 

 

  • Heischegänge: Eine Gruppe (meist Kinder) zieht an die Häuser und erbittet Gaben durch die Durchführung bestimmter Rituale. Dazu zählen um Beispiel das altbekannte → Trick-or-Treat oder das → Wasservogelsingen.

  • Helsen: Ausschenken von heiligen Getränken (Wasser, Milch) zum Wohl aller Beteiligten.

  • Herbstgeißel: „eine recht »klöpfige« Geißel“ (HDA)

  • Herbstmaien: In der Gegend von Metz wird bei der Weinlese, aber auch bei der Heu- und Kornernte, ein Herbstmai gemacht, ein Bäumchen oder Zweige, die häufig mit Blumen zu einem Strauß gebunden oder mit bunten Bändern geschmückt, auch mit Kuchen, Würsten, Schinken oder Trauben behangen werden, wozu nicht selten das Bild eines Hahnes oder anderen Vogels hinzugefügt wird (HDA)

  • Herbstnarr und Herbstkönigin: Am Rhein, wo man den Besitzer oder Verwalter des Weinberges bei der Weinlese narrt, indem ihm eine Tuchpuppe an die Rockschöße geheftet und er selbst dann Herbstnarr genannt wird, heißt die Jungfrau, welche die letzte Traube der ganzen Ernte schneidet und die früher das Schlußfest der Weinlese leitete, Herbstkönigin (HDA)

  • Hochsitz, der: Hochsitz im Norden eines Langhauses für ein weltlich/spirituelles Oberhaupt. Der Hochsitz befindet sich in der Regel auf einer verzierten Hochsitzsäule (an. öndvegissúlur)

  • Hof: Herrenhof bzw. Fürstenhof mit einem Langhaus, daß auch für religöse Zwecke (z.B. Sumbel) genutzt wurde. Siehe → Langhaus

  • Irmsäule: Riesige Säule, Weltsäule, Weltachse bzw. ein Heiligtum, das die selbige repräsentiert.

  • Irrgang

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  • Johannisbaum: Eine aus vier Stäben bestehende, mit Kränzen und Blumen umwundene Pyramide, welche in der Stube oder auf der Straße auf ein Tischchen gestellt und abends mit Lichtern geziert wird. Siehe auch → Klausenbaum. (zitiert nach volksliederarchiv.de)

  • Johannishändchen : Glücksbringer aus den geheimnisvoll gestalteten Orchideen-Wurzelknollen. Sie wurden am Johannistag zwischen 11 und 12 Uhr ausgegraben und als Amulett im Geldbeutel getragen, damit das Geld nicht ausging.

 

 

 

 

 

  • Julbier: Jul- / Stärk trinken: Ein mit Stärkbier gefülltes Fass ohne Zapfhahn wird herumgereicht, aus dem man durch extensives Trinken Kraft schöpfen soll. In gewisser Weise andere Form des → Sumbel.

 

 

  • Klausenbaum: Eine Art Mischung aus → Adventskranz und → Johannisbaum. Eine dreibeinige Pyramide wird aus Zweigen gebildet, deren Enden jeweils in Äpfel gesteckt werden. Auf jedem Apfel wird eine Kerze installiert.

  • Korngeist: Maisgöttin, Herbstkönigin, Erbsenbär, Kornmuhme

  • Kultbraut: Eine Person (zumeist weiblich) wird entsprechend dem Fest gekleidet und dabei rituell verheiratet; entweder mit anderen Festteilnehmern oder einem Fest(patron). Dazu zählen etwa → Maibraut, → Pfingstbraut oder → Osterbraut.

  • Kultbrot:

  • Kultochse, Kultstier: Ein Mastochse wird bekränzt und geschmückt durch die Stadt geführt, etwa zu Ostern, Pfingsten oder → Mistelschneiden. Im letzteren Fall handelt es sich nach Plinius um ganz weiße Ochsen. Die Ochsen des Frühlings verkörpern den Frühling selbst.

  • Langhaus:

 

 

 

 

 

  • Los-Orakel

  • Maibaum: Ein Maien besteht in der Regel aus einer geschälten, mit Bändern geschmückten Fichte. In der Nordwestschweiz ist es üblich, den „Maien“ mit den Namen der Jungbürger zu versehen. (Pileatus)

  • Mistelschneiden: Plinius beschreibt das Mistelschneiden als besonders heiligen Akt des Druiden am 6. Tag des Mondes: Dieser steigt auf den Baum und schneidet die Mistel (angeblich) mit einer goldenen Sichel. Reinheit spielt hier eine Rolle, denn auch →Kultstier, →Häs und Auffangtuch müssen ganz weiß sein. Heute schneidet man Misteln vor allem in der Adventszeit als Weihnachtsdekoration.

  • Notfeuer: Feuer, das auf archaischen Weise mittels eines Steins, Holzbohrers oder Brennglas entzündet wird und in wessen Gegenwart kein anderes Feuer brennen darf (d.h. Auch alle anderen Feuer gelöscht und dadurch neu entzündet werden). Viele geweihte Feuer, vor allem im erste Halbjahr, werden aus Notfeuern geschaffen.

  • Öpfelhauet: Im Baselbiet hat sich das „Öpfelhauet“ erhalten. In einem anspruchsvollen Parcour müssen die Reiter einen an einem Galgen befestigten Apfel mit dem Säbel zweiteilen. Auf den Wettkampf folgt das übliche Dorffest mit feinen Würsten und jungem Wein. (Pileatus)

  • Osterbraut siehe → Kultbraut.

  • Ostergelächter

  • Osterkerze: Eine den Heiland verkörpernde Kerze, in die Eisennägel gesteckt werden. Häufig wird sie als → Notfeuer entzündet.

  • Osterlamm: Eine Kultspeise zu Ostern, die den Heiland bzw. dessen Blutopfer verkörpert. Aufgrund des dadurch begründeten mythischen Ersatzes des jüdischen Pessachlamms häufig weniger als Fleisch, sondern mehr als → Gebildbrot, oder auch in lebendiger Form (wie in Tirol).

  • Ostermärlein

  • Osterochse siehe → Kultochse

  • Osterpeitschen: Peitschen mit Kuchen, Wickelkindchen oder schnäbelnde Tauben daran gebunden

  • Osterwasser holen

  • Queden: Das Queden ist eine Art sprechendes Singen zum Vortragen von Stabreimdichtung.

  • Peitschen hat in Ostdeutschland folgende Synonyme: stiepen (= stäupen), pietschen, futteln, fuen, meistens aber (in Ostpreußen, Schlesien, Böhmen) schmackostern .

  • Pferdewettkämpfe: Ein wichtiger Zug der herbstlichen Feste sind Pferdewettkämpfe. Die Tage der beiden Pferdeheiligen Leonhard und Martin fallen in den Herbst und geben in der ganzen Alemannia Anlass zu Umritten und Pferdesegnungen. (Pileatus)

  • Posternacht: Ein Mittlerweile verschwundeener Brauch ist die „Posternacht“, die Nacht vor dem Alpabtrieb, in der die Älper nicht mehr in ihren Hütten schliefen, sondern sich um ein großenes Feuer versammelten. Man war peinlich darauf bedacht, nicht der letzte zu sein, der sich zum Posternachtsfeuer gesellte. (Pileatus)

  • Räbeliechtli: Im Mittelland weit verbreitet ist der Brauch der Räbeliechtli. Kinder schnitzen dabei aus weißen Rüben Laternen, die sie Abends in einem Umzug durchs Dorf tragen. Sie werden dabei oft von einem als Martin verkleideten Reiter begleitet. Mit diesem Umgang, der schon stark an die bald folgenden Klausjagten erinnert, beginnt nun auch im Unterland der Winter, die „geschlossene Zeit“. (Pileatus)

 

 

 

  • Ronenrad: Ein brennendes Rad mit Stroh umflochten (oder aus Stroh geflochten) wird unter Fackelbegleitung den Berg hinab oder über die Felder gerollt. Meist endet es in einem Fluss. In bestimmten Fällen wird dem Rad auch hinterhergejagt oder durch eigenes Vorrollen der Weg geebnet.

 

 

 

  • Runaljóð: Dem → Bhajan vergleichbares rituelles Singen, allerdings hier explizit mit Texten, in denen die spirituelle Qualität von Runen verarbeitet wird.

  • Scheibenschlagen
    Brennende oder glühende Holzscheiben werden mit Hilfe einer Rute oder eines Steckens in die Luft geschleudert. Der Flug geht meist talwärts auf einen Bach zu und wird begleitet von Segen und Glückwünschen.

  • Siebensprung

  • Stubehitzete: Ein materieller Beitrag zum Heizen der Stube

 

 

 

 

  • Sumbel: Ein gemeinsames Getränk wird herumgereicht, von dem jeder einen Schluck trinkt und dazu einen Spruch oder Segen zum Anlass aufsagt. Kann am Tisch stattfinden oder im Ritualkreis, bei letzterem wird jeweils ein Schluck weggegeben (→ Trankopfer). Mantras:

  • Suppenbrunzer: Der Begriff Suppenbrunzer, auch Heiliggeistkugel, wird in der niederbayerischen Region für ein religiöses Kunstobjekt, eine Heiliggeisttaube in einer Glaskugel verwendet. Die so genannten "Heiliggeistkugeln" waren im Bayerischen Wald, wie auch im Berchtesgadener Land und im Oberpfälzer Wald bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Symbole tiefer Volksfrömmigkeit weit verbreitet. Die volkstümlichen "Heiliggeistkugeln" hingen im Haus meist über dem Tisch, was ihnen in der Region auch den deftigen Namen „Suppenbrunzer“ einbrachte. Der heiße Suppendampf setzte sich an der kalten Kugel nieder und das Wasser tropfte in die Suppenschüssel zurück.Oft hingen die Kugeln aber auch über dem Bett oder in der Fensternische. Sie sollten die Bewohner des Hauses vor dem Teufel und vor bösen Geistern beschützen.


 

 

 

  • Trankopfer: Der letzte Schluck wird im Namen einer Gottheit oder eines Heiligen meist in die Erde oder an eines der anderen Elemente (Feuer, Wasser, Luft) gegeben.

 

 

 

  • Treicheln: Eine Gruppe (klassisch Krieger) verkleidet sich z.B. durch Leichenschminke und lange Mäntel als Boozis und vertritt eine Nacht lang das Totenheer. Angeführt von einem Treichtelmeister in Uniform schleppen sie schwere Glocken durch die Nacht und kehren in Häuser ein, in denen sie bewirtet werden (→ Einkehrgänge).

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  • Trick-or-Treat: Heute populäre Form des → Heischegangs aus Amerika, in der Nacht vor Allerheiligen von Kindern praktiziert, bei der diese verkleidet von Haus zu Haus ziehen und Gaben fordern, bei Verweigerung werden Streiche gespielt. In Deutschland hat sich dazu der Spruch „(Gebt uns) Süßes oder (es gibt) Saures“ durchgesetzt.

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  • Übersitz: Eine gesellig durchwachte Nacht vor einem Fest mit mannigfachen Tätigkeiten wie z.B. Milch → helsen

  • Utiseti: Zingerle beschreibt etwas dem → Übersitz Ähnliches aus Tirol, was jedoch nicht ins festliche Treiben eingebunden ist: „Wenn man sich in der Osternacht von 11–12 Uhr auf einen Kreuzweg, der zugleich Totenweg ist, hinlegt und dort trotz aller Erscheinungen weder lacht noch weint, weder betet noch spricht, kommt der Teufel in Gestalt eines Jägers und verleiht allerlei Gaben“. Ähnliche Praktiken gibt es auch zu anderen Zeiten. In älterer Form wurde das Utiseti auf möglichst frischen Tierhäuten durchgeführt.

  • Wunderkreis

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  • Zäuerli: Das Zäuerli ist ein ganz spezieller Naturjodel, welcher nur im Appenzell gesungen oder gespielt wird. Die langsame, melancholische Melodie wird von einfachen Harmonien begleitet. Das ganze Zäuerli ist frei im Vortrag, also nicht rhythmisch. Oft wird das in der Innerschweiz ebenfalls vorkommende Alphorn Fa (Tritonus) , ein Naturton, verwendet.Im Appenzell Innerrhoden sagt man dem Zäuerli auch Rugguserli, wobei der Kenner anhand von Interpretationsnuancen zwischen Zäuerli und Rugguserli unterscheidet. Beispiel: Appenzeller Zäuerli Nr. 1. Ein Kenner der gesamten Appenzellermusik ist Noldi Alder. (zitiert nach volksmusik.ch)

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  • Weihnachtssingen

 

 


 


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